Hallo ihr Lieben :)
Nun habt ihr schon gefühlt ewig nichts
mehr von mir gehört, obwohl es eigentlich so viel gibt, was ich euch
erzählen kann. Tut mir leid, für die lange Pause.
Zunächst kann ich sagen, das ich mich
mittlerweile echt gut eingelebt habe. Schon mehr als 4 Monate bin ich
jetzt hier in Windhoek, und das kann ich selbst gar nicht glauben,
denn die Zeit rennt und bald ist das Jahr 2015 schon wieder vorbei...
verrückt!
Mit der Arbeit in der Vorschule bin ich
mittlerweile so glücklich, denn die Kleinen sind mir richtig ans
Herz gewachsen. Egal wie es einem geht, sie schaffen es immer wieder
einen aufzumuntern und glücklich zu machen, dafür bin ich
unglaublich dankbar! Ich bin froh, dass ich ihr Vertrauen gewinnen
konnte und sie mir (zumindest meistens :D) auch zuhören.
Es gibt so kleine Momente, die einem
das bewusst machen. In meiner Klasse gibt es zum Beispiel einen
kleinen Jungen, der alle Konflikte nur durch das Schlagen anderer
Kinder löst. Gewalt ist hier leider ein ziemliches Problem, was sich
natürlich auch unter den Kindern zeigt.
Ich hab ihm dann immer erklärt, das es
total uncool ist vor allem Mädchen zu schlagen, und das er doch
irgendwann mal eine Freundin haben will, das aber nicht funktioniert
wenn er Mädchen schlägt.
Ich hatte erst das Gefühl das es zum
einen Ohr rein, und zum anderen wieder raus ging, doch ein paar Tage
später, als sich zwei andere Kinder geschlagen haben, ist er ganz
selbstbewusst hin marschiert und meinte „Teacher Sophia hat gesagt
man schlägt keine Mädchen, das ist nicht cool!“. Darüber hab ich
mich irgendwie voll gefreut, auch wenn das natürlich nur kleine
Erfolge sind, die meist auch nicht ewig anhalten. Alles in allem
läuft es mit der Arbeit also echt gut.
Deshalb ist es wahrscheinlich auch kein Wunder, das mir meine Kleinen gerade echt fehlen, denn es sind Sommerferien und unsere Vorschule ist geschlossen.
Aber ich erzähl am besten der Reihe
nach.
Schon seit Ende Oktober, hat sich die
ganze Schule auf das Weihnachtsspiel vorbereitet, welches Ende
November statt fand.
Es wurde viel geprobt, denn die beiden ältesten Klassen, haben ein richtiges Krippenspiel aufgeführt. Deshalb mussten natürlich immer wieder Texte geprobt werden.
Es wurde viel geprobt, denn die beiden ältesten Klassen, haben ein richtiges Krippenspiel aufgeführt. Deshalb mussten natürlich immer wieder Texte geprobt werden.
Meine Kleinen aus der grünen Klasse
allerdings, haben sozusagen ihr eigenes Programm gemacht, da sie noch
zu jung sind um Texte auswendig zu lernen. So haben wir mit ihnen
zwei Lieder geprobt und immer wieder gesungen und gesungen und... ja,
wir haben wirklich viel gesungen, und so war es doch ein komisches
Gefühl Ende Oktober ständig einen Ohrwurm von den Weihnachtsliedern
„Long time ago in bethlehem“ und „we wish you a merry
christmas“ zu haben.
Am Freitag vor dem Weihnachtsspiel,
welches am Sonntag den 22. November statt fand, haben alle Lehrer die
Kirche dekoriert. Da am Sonntag nicht nur das Weihnachtsspiel,
sondern auch die sogenannte „Graduation“ statt fand, musste die
Kirche besonders festlich und weihnachtlich aussehen.
Die Graduation ist der Abschluss der
beiden größten Klassen, welche in die Grundschule entlassen werden.
Das wird hier richtig gefeiert und die Kleinen bekommen eine Robe und
einen Hut... sehr süß!!
Als es dann am Sonntag soweit war kamen
Mittags zunächst die Kinder der beiden größten Klassen. Alle
hatten sich ganz schick gemacht, und nachdem wir die Kinder in ihre
Roben gesteckt hatten, konnte die Graduation um 14 Uhr auch schon los
gehen.
Um 16 Uhr ging das Weihnachtsspiel los,
bei dem dann alle Kinder der Schule dabei waren.
Die grüne Klasse, war als erstes dran,
und so reihten sich alle kleinen Engel (denn so waren alle verkleidet) zunächst vor der Kirche auf.
Jeder bekam dann einen Buchstaben in die Hand gedrückt und
letztendlich sollte dies dann den Satz „baby jesus is born“
ergeben.
Wie ihr euch vielleicht vorstellen
könnt, bleiben 15 Kinder (oder auch mehr) nicht immer ruhig in einer
Reihe stehen, und so war es bei den Proben ziemlich oft der Fall, das
zwar alle Kinder in der Kirche waren, aber von dem Satz nicht mehr
viel zu lesen war, da jedes Kind mit seinem einzelnen Buchstaben,
irgendwo in der Kirche herum lief, anstatt in der Reihe zu bleiben.
So waren wir doch alle ein bisschen aufgeregt ob es nun wirklich
klappen würde.
Als es dann soweit war, sind fast alle
Kinder brav in einer Reihe in die Kirche gelaufen, haben ihre zwei
Lieder gesungen, zweimal „baby jesus is born“ gerufen, und viel
Applaus dafür geerntet. Ich war froh und stolz das alles so gut
geklappt hat! Auch das Krippenspiel der Ältesten lief problemlos,
und so haben alle Kinder nach dem Weihnachtsspiel ihre Geschenke vom
Weihnachtsmann bekommen. Auch wenn ich am Ende dieses Tages echt
geschafft war, war ich froh und glücklich, dass alles so gut über
die Bühne lief.
Das Weihnachtsspiel und die Graduation,
waren gleichzeitig auch der Abschluss des Schuljahres, da Anfang
Dezember die Sommerferien begonnen haben. Es musste zunächst noch
viel für das kommende Schuljahr vorbereitet werden, und so hieß es
für mich basteln und kreativ sein, was die neue Klassenzimmerdekoration
angeht.
Ab Anfang Dezember begannen dann die
Sommerferien, wodurch wir eine ganze menge Freizeit hatten und haben.
Gleichzeitig ging dann auch die
Adventszeit los, was irgendwie so verrückt ist, da hier nun wirklich
Sommer ist, und wir jeden Tag über 30 Grad haben. Mal das genaue
Gegenteil zur Weihnachtszeit im Erzgebirge!
In unseren Ferien, hatten Rebecca und
ich die Chance ein bisschen zu Reisen, und so waren wir eine Woche in
Swakopmund.
Montag Morgen ging es los. Kevin, unser
Pastor und in gewisser Weise auch unser Mentor (wenn auch nicht
offiziell), brachte uns zum Bus. Wir mussten uns nun endgültig von
ihm verabschieden, da er zurück nach Südafrika geht. Ein trauriger
Abschied!
Die Zeit in Swakop habe ich jedoch so
sehr genossen. Zum einen weil ich das Meer liebe, zum anderen aber
auch, weil es im Gegensatz zu Windhoek, angenehm kühl ist (tagsüber
meist um die 20 Grad). Einen richtigen Strandtag konnten wir
genießen, mit Meer, viel Sonne und leider auch einem riesengroßen
Sonnenbrand!
Das Highlight dieser Woche, war wohl aber eindeutig unsere Schiffsfahrt. 3 Stunden fuhren wir durch den Hafen und die Umgebung von Wavis Bay (Nachbarort von Swakopmund) und hatten die Chance einige Tiere von ganz nah zu sehen. Schon nach kurzer Zeit auf dem Schiff, gab es einen Knall und der erste Pelikan saß direkt vor uns. Außerdem kamen auch Robben auf das Schiff. Sie wurden gefüttert und man konnte sie sogar vorsichtig streicheln.
Als die Babyrobbe auftauchte, war ich
dann natürlich endgültig und voll und ganz hingerissen, und kam aus dem
Fotos machen gar nicht mehr heraus.
Wir sind dann an einer Art
Küstenstreifen vorbei gefahren, auf dem einfach so unglaublich viele
Robben gelebt haben, das ich echt zweimal hinschauen musste, um das
wirklich zu glauben.
Zu guter Letzt, konnten uns Rebecca und
ich dann sogar noch dazu überwinden erstmals eine Auster zu
probieren... Naja, bei manchen Erfahrungen ist es vielleicht auch
gut, wenn man sie nur einmal macht!!
Alles in allem, war das echt ein
Erlebnis, was ich so schnell nicht vergessen werde!
Nun bin ich wieder zurück in Windhoek,
und versuche auch hier ein bisschen in weihnachtliche Stimmung zu
kommen. Die beiden Adventskalender, die mir meine Mama und Eric
gebastelt haben, und mein Schwibbbogen, der dank meiner Mama gerade
neben mir leuchtet, helfen mir sehr dabei. Danke für eure Mühe! <3
Ein paar Räucherkerzchen,
Weihnachtsmusik und Plätzchen backen gehören so auch hier in Afrika
für mich zur Weihnachtszeit.
Am Sonntag Morgen kann ich endlich Eric
vom Flughafen abholen, und ich freue mich so, dass ich Weihnachten
und Silvester mit ihm verbringen kann!
Ihr seht also, mir geht es hier in Namibia sehr gut. Natürlich ist nicht immer nur alles einfach und schön, und gerade in der Weihnachtszeit, lässt sich ein bisschen Heimweh manchmal nicht vermeiden. Trotzdem bin ich so unglaublich dankbar, für die Dinge die ich hier erleben darf. Ich habe die Chance Erfahrungen zu machen, die mich mein Leben lang begleiten und prägen werden und ich bin froh, einige dieser Momente mit euch teilen zu können.
Nicht zuletzt, danke ich Gott, dass er
mich auf diese Reise geschickt hat, denn ich habe es bisher nie
bereut nach Namibia gegangen zu sein, weil ich weiß, das ich stets
begleitet und getragen werde.
Ich möchte euch nun frohe und
gesegnete Weihnachten wünschen. Genießt eine schöne Zeit mit euren
Familien und feiert, dass Jesus Christus geboren wurde! Außerdem
wünsche ich euch einen guten Start in das neue Jahr!
Liebste Grüße, Sophia.