Sonntag, 20. März 2016

Happy new Year!


Hallo ihr Lieben :)

Ein frohes neues Jahr wünsche ich euch... im März! Und das lässt auch schon wieder darauf schließen, was gleich kommt, und wie, falls es euch aufgefallen ist, auch fast jeder meiner Blogeinträge beginnt: Tut mir leid für die lange Pause und das ich mich schon gefühlt ewig nicht mehr gemeldet habe!
Zur Zeit wird mir immer bewusster, wie die Zeit rennt. Ich bin jetzt fast 8 Monate hier, hab ein zweites Zuhause gefunden, bin vollkommen angekommen und muss doch im Hinterkopf haben, das ich schon in ein paar Monaten, mein neues Zuhause, liebgewonnene Menschen und vieles mehr, einfach hinter mir lassen muss. Dies ist eine ganz komische und irgendwie noch total unreale Vorstellung und doch bringt sie mich dazu, meine Zeit hier noch bewusster zu erleben und immer wieder dankbar zu sein.


Mein Jahr 2016 begann sehr schön. Da Eric über Weihnachten und Silvester zu Besuch kam, konnte ich ihm sehr viel von Windhoek und ein bisschen von Namibia an sich zeigen.
Wir sind für ein paar Tage ans Meer, nach Swakopmund gereist, und haben die Zeit dort beide sehr genossen. Besondere Highlights waren dabei, eine „Living desert tour“, bei der uns viele verschieden kleine Tiere der Wüste gezeigt wurden, und eine Quadtour, ebenfalls durch die Wüste. Auch wenn ich von der Quadtour zunächst nicht so überzeugt war, hat es mir am Ende richtig Spaß gemacht!
Nach einer 16 Stunden langen Zugfahrt (mit dem Auto fährt man ca. 4 bis 5 Stunden) und der puren Dankbarkeit, wieder sicher und heil in Windhoek angekommen zu sein, haben wir Silvester dann wieder hier verbracht, und mitten in der Stadt in das neue Jahr hinein gefeiert.
Als ich Eric dann am 2. Januar aber schon wieder zum Flughafen bringen musste, war das wirklich kein leichter Abschied, doch was bleibt sind viele schöne Erinnerungen an eine tolle Zeit!


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


 
Zu meiner großen Freude, ging dann schon bald, nach den langen Sommerferien, die Schule wieder los...und ja irgendwie hört sich das einfach komisch an, denn während meiner eigenen Schulzeit, hätte man einen solchen Satz wohl nie von mir zu hören bekommen!
Doch nun hatte ich mich unglaublich gefreut, die Kinder wieder zu sehen und von ihren Erlebnissen zu hören. Ein paar Tage vor Schulbeginn, trafen sich dann alle Lehrer, um verschiede Dinge vorzubereiten. Ich war damit beschäftigt, unsere Klasse zu dekorieren, und durfte dabei meiner Kreativität freien lauf lassen, und so ziemlich machen was ich wollte, was mir echt Spaß gemacht hat. Hier mal ein paar der Ergebnisse, die dabei so raus gekommen sind:

 
 
 
 
 



Nachdem also alle Klassenzimmer neu dekoriert und ich total motiviert war, konnte das neue Schuljahr auch schon beginnen. Als dann der besagte Tag gekommen war, wandelte sich meine Motivation, zunächst doch sehr schnell in Ernüchterung.
Da ein neues Schuljahr begann, bekam ich natürlich auch eine neue Klasse. Kleine lebensfrohe, freche und süße Kinder, darauf hatte ich mich wirklich gefreut. Als ich allerdings an jenem Morgen in meine Klasse hinein spazierte, schreiten mehr als 30 Kinder nach ihren Mamis und Papis, und ich kann euch sagen, so ein Geschrei hatte ich wirklich noch nicht gehört.
Das erste Mal von den Eltern getrennt zu sein, ist eben doch für viele der Kleinen eine große Herausforderung, und so verliefen die ersten Tage ziemlich chaotisch, und ich hatte meist gar nicht genug Hände, um alle Tränen gleichzeitig zu trocknen. Doch meine Kollegen sahen dem ganzen wesentlich gelassener entgegen, und immer wieder hörte ich den Satz „gib ihnen zwei Wochen, und dann sieht die Welt schon ganz anders aus“. 
Und wirklich wahr, schon nach ein paar Wochen, sind wir zu einer richtigen Klasse geworden. Meine Kleinen haben sich dran gewöhnt, jeden Morgen in der Vorschule abgeladen zu werden und sind mit allem vertraut.
Für mich war es diesmal besonders schön, von Anfang an dabei zu sein. Ich bin nicht mitten im Schuljahr dazu gekommen, weil meine Vorgängerin gegangen ist, sondern die Kleinen kennen mich von Anfang an als ihre „Teacher Sophia“ und das ist wirklich richtig schön!
Und ja was soll ich sagen, nach den letzten 3 Monaten, möchte ich meine Klasse schon am liebsten nie wieder her geben, denn einige Kinder hab ich einfach so in mein Herz geschlossen. Ich möchte euch unbedingt ein paar Bilder von den Kleinen Mäusen zeigen, ich glaube dann könnt ihr verstehen, warum sie mein Herz im Sturm erobert haben!

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 



Nicht lange nach dem die Arbeit wieder begann, hieß es dann im Februar für mich HALBZEIT! Schon verrückt, die Hälfte meines Auslandsjahres ist um, komisches Gefühl! Gleichzeitig bedeutete das für meine Mitfreiwillige Rebecca und mich aber auch, ab ins Flugzeug und auf nach Kapstadt, zu unserem Zwischenseminar. Ich war einfach so aufgeregt, und hab mich so gefreut, dass wir die Chance hatten auch ein mal in Südafrika zu sein!
Das Zwischenseminar fand vom 7. bis zum 12. Februar statt. Gemeinsam mit vielen anderen Freiwilligen, aus den verschiedensten Projekten, konnte sich ausgetauscht werden. Mir persönlich haben diese Tage unglaublich viel gebracht, denn zum einen war es sehr spannend, zu hören, was die anderen so erleben, wie sie die Kultur und die Menschen wahr nehmen und mit welchen Schwierigkeiten sie jetzt schon zurecht kommen mussten. Zum anderen konnte aber auch ich alles ansprechen, was mir wichtig war. So konnten wir alle Themenvorschläge bringen, über welche Dinge wir gern in der Gruppe einmal reden möchten. Für mich waren dabei die Einheiten „Wie gehe ich mit Gewalt in der Einsatzstelle um“ aber auch „Wenn ich nach Deutschland zurück komme dann...“ sehr wichtig und aufschlussreich.
Nach diesen Tagen, blieben Rebecca, Verena, eine Freundin und ebenfalls eine Freiwillige der Emk – Weltmission, allerdings in Südafrika, und Ich noch eine weitere Woche in Kapstadt, um uns alles ein bisschen genauer anzuschauen und zu erkunden.
Bereits im Vorfeld, sagte mir jeder, dem ich erzählte, für uns geht es bald nach Kapstadt: „Oh es ist sooo schön, du wirst es lieben, genieße die Zeit!“
Und es stimmt wirklich, das Meer, die Berge, die Stadt an sich, das ist schon alles unglaublich beeindruckend, und ich könnte wirklich ewig schwärmen, wie gut es mir gefallen hat und wie begeistert ich immer wieder war!
Besondere Highlights waren für mich auf jeden Fall das Passion – Worship Konzert im Stadion von Kapstadt, der Besuch in der Hillsongchurch, der Tafelberg, der Pinguinstrand, das Meer, die Shoppingmalls, die Sonnenuntergänge, die Citysightseeing Bustour, die tollen Menschen, die wunderschöne Natur und einfach so vieles mehr, was ich garnicht alles in Worte fassen kann.
Ich habe gefühlt tausend Bilder gemacht, weil ich meine Eindrücke unbedingt festhalten wollte, doch vollständig wiedergeben, können sie diese nicht. Man bekommt jedoch eine Idee davon, wie schön Kapstadt ist!


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 



Nach unserem Urlaub in Kapstadt, machten wir uns wieder zurück auf den Weg nach Windhoek. Diesmal allerdings nicht per Flugzeug, sondern mit dem Bus. Was nun folgt, ist eine kleine Bus-anekdote, die ich bis heute irgendwie immer noch nicht so ganz glauben kann.
Schon im Vorfeld waren wir uns bewusst, das die Busfahrt nicht ganz unanstrengend werden würde, denn 21 Stunden Busfahrt, ja das ist schon eine lange Zeit. Das am Ende 26 Stunden daraus werden, hätte allerdings doch keiner von uns vermutet.
Grund dieser Verspätung, war vor allem folgende Begebenheit:
Wir waren schone ein ganze Weile unterwegs, es war mitten in der Nacht und nach zwei, meiner Meinung nach viel zu übertriebenen Grenzkontrollen, versuchten wir mehr oder weniger ein Auge zu zubekommen. Als der Bus an einer Tankstelle kurz anhielt, bemerkten wir,dass die Frau, welche vor uns saß, ausstieg.
Sie reiste mit ihre kleinen Tochter, vermutlich ca. 7 Jahre alt. Diese jedoch schlief tief und fest, und so verließ die Mutter den Bus.
Keine zwei Minuten später, nachdem der Bus gehalten hatte, fuhr er auch schon wieder los, und zum Entsetzen aller, fehlte die Mutter des kleinen Mädchens. Mehrfach und immer eindringlicher, sind dann die verschiedensten Leute, zu unserem Busfahrer gegangen, mit der Bitte, doch anzuhalten und umzudrehen, da eine Passagierin fehle, und deren Tochter ganz allein im Bus ist. Diesem jedoch war es reichlich egal, er erklärte mehrfach, dass er ausdrücklich betont hatte, niemand solle den Bus verlassen, und da wir eh schon Verspätung haben, würde er jetzt sicherlich nicht umdrehen. Das wäre nicht sein Problem.
Unglaublich aber war fuhren und fuhren wir immer weiter, das Mädchen zum Glück weiterhin am schlafen. Nach und nach schalteten sich dann immer mehr der Passagiere ein, bis letztendlich jemand die Polizei rief.
Diese hat uns dann angehalten, und nach kurzem hin und her, war sofort klar, das der Busfahrer (verzeiht mir) ein absoluter Idiot ist und er selbstverständlich umdrehen müsse, um die Mutter wieder einzusammeln. Zu diesem Zeitpunkt waren wir jedoch bereits circa 2 Stunden von der besagten Tankstelle entfernt. Wir fuhren dann also die ganze Strecke wieder zurück und sammelten die total aufgelöste Mutter wieder ein.
In dem Moment konnte wirklich keiner von uns nachvollziehen, wie herzlos ein Mensch sein kann, denn hätte der Busfahrer auf die Passagiere gehört, wären wir nach 2 Minuten wieder umgedreht, hätten die Mutter eingesammelt und es wäre allen eine menge Theater erspart geblieben.
Nach dieser Aktion ging es dann erst einmal recht normal weiter. Am Morgen jedoch, hatte der Bus dann noch eine kleine Panne, wodurch wir erneut halten und auf den Mechaniker warten mussten. Und so passierte es, dass aus 21 Stunden Busfahrt schnell mal 26 Stunden wurden. Nichts desto trotz waren wir sehr dankbar, wieder unbeschadet in Windhoek angekommen zu sein!

Fix und fertig!! :D
 
Nach einer aufregenden Zeit, kehrte dann nach und nach der Alltag wieder ein, in dem es allerdings auch nie so wirklich langweilig wird. Verschiedene Veranstaltungen in der Schule fanden statt und mussten natürlich auch organisiert werden.
Zum einen gab es Anfang März zum Beispiel das „mini athletics“, eine Art Sportfest, bei der verschiedene Klassen gegeneinander antraten. Meine Klasse, also die grüne Klasse, trug den Namen die "Froggies", und auch wenn sie irgendwie echt noch zu klein für Sackhüpfen, Eierlaufen und co sind, haben sie sich super geschlagen und waren somit eindeutig die Sieger der Herzen!


 
 
 
 


Letzten Freitag fand dann die Independence Day Feier statt. Eigentlich, ist dieser erst am 21. März, jedoch ist an diesem Tag frei, und so feierten wir quasi schon einmal vor. Bereits am Donnerstag ,dekorierte ich unseren Raum, in dem das ganze stattfinden sollte. Überall hing die Flagge Namibias oder Deko in deren Farben.
Freitag morgen, kamen dann alle mit ihren traditionellen Kleidern und sahen unglaublich süß und schick aus.
In Namibia gibt es verschiedene Volksgruppen, und je nach dem zu welcher Gruppe man gehört gibt es verschiedene Kleidung, verschiedenes Essen und verschiedene Traditionen.
Bei uns, waren die Volksgruppen der Hereros, der Damaras, der Ovambos und der Coloureds vertreten. Jede Gruppe führte etwas traditionelles, wie beispielsweise einen Tanz oder eine Zeremonie vor und im Anschluss gab es traditionelles Essen, welches teilweise wirklich richtig lecker und teilweise aber auch absolut nicht mein Fall war! Es war ein ziemlich schöner und spannender Tag!





















Eine letzte Erfahrung, die ich jetzt noch mit euch teilen möchte, sind definitiv meine Haare! Denn was ich mir schon von Anfang an vorgenommen hatte, habe ich jetzt wirklich mal ausprobiert.
Schon seit circa 2 Wochen habe ich jetzt meine Braids, das heißt ich habe mir meine Haare komplett zu einzelnen Zöpfen flechten lassen. Nach 3 Stunden, ein paar Schmerzen und 3 Leuten, die teilweise alle gleichzeitig an meinen Haaren geflochten haben, waren sie dann fertig und ich sehr glücklich!
 „You look like a real african girl now“, das habe ich in den letzten 2 Wochen nun schon öfter gehört und darüber freue ich mich natürlich sehr. Bei europäischem Haar, halten die Braids allerdings nur so 2 bis 4 Wochen, weshalb ich schon bald wieder alles auf flechten werde... ich bin schon gespannt ob das dann wieder 3 Stunden dauert!

 
 


Soooo, das war jetzt echt ein ziemlich langer Eintrag, mit vielen Erlebnissen der letzten Monate. Schon morgen früh bekomme ich Besuch aus Deutschland und hole Melle vom Flughafen ab! :)))
 
Ich freue mich auch immer die neusten Neuigkeiten aus Deutschland zu erfahren, also lasst gerne mal was von euch hören! :)

Ich hoffe euch geht es gut!


Liebste Grüße, Sophia.