Hallo
ihr Lieben :)
Ein
frohes neues Jahr wünsche ich euch... im März! Und das lässt auch
schon wieder darauf schließen, was gleich kommt, und wie, falls es
euch aufgefallen ist, auch fast jeder meiner Blogeinträge beginnt:
Tut mir leid für die lange Pause und das ich mich schon gefühlt
ewig nicht mehr gemeldet habe!
Zur
Zeit wird mir immer bewusster, wie die Zeit rennt. Ich bin jetzt fast
8 Monate hier, hab ein zweites Zuhause gefunden, bin vollkommen
angekommen und muss doch im Hinterkopf haben, das ich schon in ein
paar Monaten, mein neues Zuhause, liebgewonnene Menschen und vieles
mehr, einfach hinter mir lassen muss. Dies ist eine ganz komische und
irgendwie noch total unreale Vorstellung und doch bringt sie mich
dazu, meine Zeit hier noch bewusster zu erleben und immer wieder
dankbar zu sein.
Mein
Jahr 2016 begann sehr schön. Da Eric über Weihnachten und Silvester
zu Besuch kam, konnte ich ihm sehr viel von Windhoek und ein bisschen
von Namibia an sich zeigen.
Wir
sind für ein paar Tage ans Meer, nach Swakopmund gereist, und haben
die Zeit dort beide sehr genossen. Besondere Highlights waren dabei,
eine „Living desert tour“, bei der uns viele verschieden kleine
Tiere der Wüste gezeigt wurden, und eine Quadtour, ebenfalls durch
die Wüste. Auch wenn ich von der Quadtour zunächst nicht so
überzeugt war, hat es mir am Ende richtig Spaß gemacht!
Nach
einer 16 Stunden langen Zugfahrt (mit dem Auto fährt man ca. 4 bis 5
Stunden) und der puren Dankbarkeit, wieder sicher und heil in
Windhoek angekommen zu sein, haben wir Silvester dann wieder hier
verbracht, und mitten in der Stadt in das neue Jahr hinein gefeiert.
Als
ich Eric dann am 2. Januar aber schon wieder zum Flughafen bringen
musste, war das wirklich kein leichter Abschied, doch was bleibt sind
viele schöne Erinnerungen an eine tolle Zeit!
Zu
meiner großen Freude, ging dann schon bald, nach den langen
Sommerferien, die Schule wieder los...und ja irgendwie hört sich das
einfach komisch an, denn während meiner eigenen Schulzeit, hätte man
einen solchen Satz wohl nie von mir zu hören bekommen!
Doch
nun hatte ich mich unglaublich gefreut, die Kinder wieder zu sehen
und von ihren Erlebnissen zu hören. Ein paar Tage vor Schulbeginn,
trafen sich dann alle Lehrer, um verschiede Dinge vorzubereiten. Ich
war damit beschäftigt, unsere Klasse zu dekorieren, und durfte dabei
meiner Kreativität freien lauf lassen, und so ziemlich machen was
ich wollte, was mir echt Spaß gemacht hat. Hier mal ein paar der
Ergebnisse, die dabei so raus gekommen sind:
Nachdem
also alle Klassenzimmer neu dekoriert und ich total motiviert war,
konnte das neue Schuljahr auch schon beginnen. Als dann der besagte
Tag gekommen war, wandelte sich meine Motivation, zunächst doch sehr
schnell in Ernüchterung.
Da ein
neues Schuljahr begann, bekam ich natürlich auch eine neue Klasse.
Kleine lebensfrohe, freche und süße Kinder, darauf hatte ich mich
wirklich gefreut. Als ich allerdings an jenem Morgen in meine Klasse
hinein spazierte, schreiten mehr als 30 Kinder nach ihren Mamis und
Papis, und ich kann euch sagen, so ein Geschrei hatte ich wirklich
noch nicht gehört.
Das
erste Mal von den Eltern getrennt zu sein, ist eben doch für viele
der Kleinen eine große Herausforderung, und so verliefen die ersten
Tage ziemlich chaotisch, und ich hatte meist gar nicht genug Hände,
um alle Tränen gleichzeitig zu trocknen. Doch meine Kollegen sahen
dem ganzen wesentlich gelassener entgegen, und immer wieder hörte
ich den Satz „gib ihnen zwei Wochen, und dann sieht die Welt schon
ganz anders aus“.
Und
wirklich wahr, schon nach ein paar Wochen, sind wir zu einer
richtigen Klasse geworden. Meine Kleinen haben sich dran gewöhnt,
jeden Morgen in der Vorschule abgeladen zu werden und sind mit allem
vertraut.
Für
mich war es diesmal besonders schön, von Anfang an dabei zu sein.
Ich bin nicht mitten im Schuljahr dazu gekommen, weil meine
Vorgängerin gegangen ist, sondern die Kleinen kennen mich von Anfang
an als ihre „Teacher Sophia“ und das ist wirklich richtig schön!
Und ja
was soll ich sagen, nach den letzten 3 Monaten, möchte ich meine
Klasse schon am liebsten nie wieder her geben, denn einige Kinder hab
ich einfach so in mein Herz geschlossen. Ich möchte euch unbedingt
ein paar Bilder von den Kleinen Mäusen zeigen, ich glaube dann könnt
ihr verstehen, warum sie mein Herz im Sturm erobert haben!
Nicht
lange nach dem die Arbeit wieder begann, hieß es dann im Februar für
mich HALBZEIT! Schon verrückt, die Hälfte meines Auslandsjahres
ist um, komisches Gefühl! Gleichzeitig bedeutete das für meine
Mitfreiwillige Rebecca und mich aber auch, ab ins Flugzeug und auf
nach Kapstadt, zu unserem Zwischenseminar. Ich war einfach so
aufgeregt, und hab mich so gefreut, dass wir die Chance hatten auch
ein mal in Südafrika zu sein!
Das
Zwischenseminar fand vom 7. bis zum 12. Februar statt. Gemeinsam mit
vielen anderen Freiwilligen, aus den verschiedensten Projekten,
konnte sich ausgetauscht werden. Mir persönlich haben diese Tage
unglaublich viel gebracht, denn zum einen war es sehr spannend, zu
hören, was die anderen so erleben, wie sie die Kultur und die
Menschen wahr nehmen und mit welchen Schwierigkeiten sie jetzt schon
zurecht kommen mussten. Zum anderen konnte aber auch ich alles
ansprechen, was mir wichtig war. So konnten wir alle Themenvorschläge
bringen, über welche Dinge wir gern in der Gruppe einmal reden
möchten. Für mich waren dabei die Einheiten „Wie gehe ich mit
Gewalt in der Einsatzstelle um“ aber auch „Wenn ich nach
Deutschland zurück komme dann...“ sehr wichtig und
aufschlussreich.
Nach
diesen Tagen, blieben Rebecca, Verena, eine Freundin und ebenfalls
eine Freiwillige der Emk – Weltmission, allerdings in Südafrika,
und Ich noch eine weitere Woche in Kapstadt, um uns alles ein bisschen
genauer anzuschauen und zu erkunden.
Bereits
im Vorfeld, sagte mir jeder, dem ich erzählte, für uns geht es bald
nach Kapstadt: „Oh es ist sooo schön, du wirst es lieben, genieße
die Zeit!“
Und es
stimmt wirklich, das Meer, die Berge, die Stadt an sich, das ist
schon alles unglaublich beeindruckend, und ich könnte wirklich ewig
schwärmen, wie gut es mir gefallen hat und wie begeistert ich immer
wieder war!
Besondere
Highlights waren für mich auf jeden Fall das Passion – Worship
Konzert im Stadion von Kapstadt, der Besuch in der Hillsongchurch,
der Tafelberg, der Pinguinstrand, das Meer, die Shoppingmalls, die
Sonnenuntergänge, die Citysightseeing Bustour, die tollen Menschen,
die wunderschöne Natur und einfach so vieles mehr, was ich garnicht
alles in Worte fassen kann.
Ich
habe gefühlt tausend Bilder gemacht, weil ich meine Eindrücke
unbedingt festhalten wollte, doch vollständig wiedergeben, können
sie diese nicht. Man bekommt jedoch eine Idee davon, wie schön
Kapstadt ist!
Nach
unserem Urlaub in Kapstadt, machten wir uns wieder zurück auf den
Weg nach Windhoek. Diesmal allerdings nicht per Flugzeug, sondern mit
dem Bus. Was nun folgt, ist eine kleine Bus-anekdote, die ich bis
heute irgendwie immer noch nicht so ganz glauben kann.
Schon
im Vorfeld waren wir uns bewusst, das die Busfahrt nicht ganz
unanstrengend werden würde, denn 21 Stunden Busfahrt, ja das ist
schon eine lange Zeit. Das am Ende 26 Stunden daraus werden, hätte
allerdings doch keiner von uns vermutet.
Grund
dieser Verspätung, war vor allem folgende Begebenheit: Wir waren schone ein ganze Weile unterwegs, es war mitten in der Nacht und nach zwei, meiner Meinung nach viel zu übertriebenen Grenzkontrollen, versuchten wir mehr oder weniger ein Auge zu zubekommen. Als der Bus an einer Tankstelle kurz anhielt, bemerkten wir,dass die Frau, welche vor uns saß, ausstieg.
Sie
reiste mit ihre kleinen Tochter, vermutlich ca. 7 Jahre alt. Diese
jedoch schlief tief und fest, und so verließ die Mutter den Bus.
Keine
zwei Minuten später, nachdem der Bus gehalten hatte, fuhr er auch
schon wieder los, und zum Entsetzen aller, fehlte die Mutter des
kleinen Mädchens. Mehrfach und immer eindringlicher, sind dann die
verschiedensten Leute, zu unserem Busfahrer gegangen, mit der Bitte,
doch anzuhalten und umzudrehen, da eine Passagierin fehle, und deren
Tochter ganz allein im Bus ist. Diesem jedoch war es reichlich egal,
er erklärte mehrfach, dass er ausdrücklich betont hatte, niemand
solle den Bus verlassen, und da wir eh schon Verspätung haben, würde
er jetzt sicherlich nicht umdrehen. Das wäre nicht sein Problem.
Unglaublich
aber war fuhren und fuhren wir immer weiter, das Mädchen zum Glück
weiterhin am schlafen. Nach und nach schalteten sich dann immer mehr
der Passagiere ein, bis letztendlich jemand die Polizei rief.
Diese
hat uns dann angehalten, und nach kurzem hin und her, war sofort
klar, das der Busfahrer (verzeiht mir) ein absoluter Idiot ist und er
selbstverständlich umdrehen müsse, um die Mutter wieder
einzusammeln. Zu diesem Zeitpunkt waren wir jedoch bereits circa 2
Stunden von der besagten Tankstelle entfernt. Wir fuhren dann also
die ganze Strecke wieder zurück und sammelten die total aufgelöste
Mutter wieder ein.
In dem
Moment konnte wirklich keiner von uns nachvollziehen, wie herzlos ein
Mensch sein kann, denn hätte der Busfahrer auf die Passagiere
gehört, wären wir nach 2 Minuten wieder umgedreht, hätten die
Mutter eingesammelt und es wäre allen eine menge Theater erspart
geblieben.
Nach
dieser Aktion ging es dann erst einmal recht normal weiter. Am Morgen
jedoch, hatte der Bus dann noch eine kleine Panne, wodurch wir erneut
halten und auf den Mechaniker warten mussten. Und so passierte es, dass aus 21 Stunden Busfahrt schnell mal 26 Stunden wurden. Nichts
desto trotz waren wir sehr dankbar, wieder unbeschadet in Windhoek
angekommen zu sein!
| Fix und fertig!! :D |
Nach
einer aufregenden Zeit, kehrte dann nach und nach der Alltag wieder
ein, in dem es allerdings auch nie so wirklich langweilig wird.
Verschiedene Veranstaltungen in der Schule fanden statt und mussten
natürlich auch organisiert werden.
Zum
einen gab es Anfang März zum Beispiel das „mini athletics“, eine
Art Sportfest, bei der verschiedene Klassen gegeneinander antraten.
Meine Klasse, also die grüne Klasse, trug den Namen die "Froggies",
und auch wenn sie irgendwie echt noch zu klein für Sackhüpfen,
Eierlaufen und co sind, haben sie sich super geschlagen und waren somit
eindeutig die Sieger der Herzen!
Letzten
Freitag fand dann die Independence Day Feier statt. Eigentlich, ist
dieser erst am 21. März, jedoch ist an diesem Tag frei, und so
feierten wir quasi schon einmal vor. Bereits am Donnerstag ,dekorierte
ich unseren Raum, in dem das ganze stattfinden sollte. Überall hing
die Flagge Namibias oder Deko in deren Farben.
Freitag morgen, kamen
dann alle mit ihren traditionellen Kleidern und sahen unglaublich süß
und schick aus.
In
Namibia gibt es verschiedene Volksgruppen, und je nach dem zu welcher
Gruppe man gehört gibt es verschiedene Kleidung, verschiedenes Essen
und verschiedene Traditionen.
Bei
uns, waren die Volksgruppen der Hereros, der Damaras, der Ovambos und
der Coloureds vertreten. Jede Gruppe führte etwas traditionelles,
wie beispielsweise einen Tanz oder eine Zeremonie vor und im
Anschluss gab es traditionelles Essen, welches teilweise wirklich
richtig lecker und teilweise aber auch absolut nicht mein Fall war!
Es war ein ziemlich schöner und spannender Tag!
Eine
letzte Erfahrung, die ich jetzt noch mit euch teilen möchte, sind
definitiv meine Haare! Denn was ich mir schon von Anfang an
vorgenommen hatte, habe ich jetzt wirklich mal ausprobiert.
Schon
seit circa 2 Wochen habe ich jetzt meine Braids, das heißt ich habe
mir meine Haare komplett zu einzelnen Zöpfen flechten lassen. Nach 3
Stunden, ein paar Schmerzen und 3 Leuten, die teilweise alle gleichzeitig
an meinen Haaren geflochten haben, waren sie dann fertig und ich sehr
glücklich!
„You look like a real african girl now“, das habe ich
in den letzten 2 Wochen nun schon öfter gehört und darüber freue
ich mich natürlich sehr. Bei europäischem Haar, halten die Braids
allerdings nur so 2 bis 4 Wochen, weshalb ich schon bald wieder alles
auf flechten werde... ich bin schon gespannt ob das dann wieder 3
Stunden dauert!
Soooo,
das war jetzt echt ein ziemlich langer Eintrag, mit vielen
Erlebnissen der letzten Monate. Schon morgen früh bekomme ich Besuch aus Deutschland und hole Melle vom Flughafen ab! :)))
Ich freue mich auch immer die neusten
Neuigkeiten aus Deutschland zu erfahren, also lasst gerne mal was von
euch hören! :)
Ich
hoffe euch geht es gut!
Liebste
Grüße, Sophia.









